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Guten Abend, heute ist der 21.05.2019

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Erlebbare Geschichte, Unterhaltung und ein Stück Fantasie, dazu mittelalterliche Musik und Gaumenfreuden für Große und Kleine...


Zum 8. Mal drehen wir vom 13.-15. September 2019 in Bad Grönenbach die Zeit an den Beginn des 16. Jahrhunderts. In eine Zeit als die leibeigenen und unterdrückten Bauern in Memmingen ihre Forderungen in den 12 Bauernartikeln manifestierten und sich auch in Süddeutschland und der Schweiz gegen Adel und Geistlichkeit erhoben um ihre altüberlieferten Rechte einzufordern und ein menschenwürdiges und gottesfürchtiges Leben führen zu können...

Wir freuen uns auf alle Mitwirkenden und Besucher!

70 Jahre Menschenrechte – und ihre Vorläufer in der Region

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, heißt es in der Erklärung der Menschenrechte, die heute vor 70 Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. „Darum erfindet sich mit der Schrift, dass wir frei sind und sein wollen“, heißt es in den Zwölf Artikeln, die Bauern vor 493 Jahren in Memmingen aufstellten. Die Menschenrechte – eine Erfindung aus der Region also? Tatsächlich gelten die „Bauern-Artikel“, wie in Bayern zu lesen, als erste derartige Niederschrift in Europa und fanden als Flugblätter wie oben abgebildet rasend Verbreitung. Der Aufstand gegen die Obrigkeiten aber wurde blutig niedergeschlagen. Und wie im Feuilleton steht, sind sie auch heute, 493 Jahre nach Memmingen und 70 Jahre nach der UN-Charta, nicht selbstverständlich, die Rechte des Menschen.

Wer hat’s erfunden?

Wie in Memmingen die Menschenrechte erfunden wurden

Freiheit Im März 1525 verfassten Bauernvertreter zwölf Forderungen. Die Artikel waren die erste Niederschrift, die Menschenwürde mit Freiheitsrechten verband

(Allgäuer Zeitung 10.12.2018, Anja Ringel) Sie wollten keine Leibeigenen mehr sein. Sie forderten, dass Strafen ausschließlich von einem unabhängigen Gericht verhängt werden. Und sie wollten das Recht haben, ihren Pfarrer wählen und absetzen zu dürfen. Im März 1525 verabschieden schwäbische Bauernvertreter in der Memminger Kramerzunft zwölf Artikel mit ihren Forderungen. „Obwohl die Ideen damals blutig und brutal niedergemetzelt wurden, haben sie weitergelebt“, sagt Herbert Müller, Vorsitzender des Kuratoriums „Memminger Freiheitspreis 1525“.

Die zwölf Bauernartikel aus Memmingen gelten für viele Historiker als Vorreiter der heutigen Menschen- und Freiheitsrechte, denen immer am 10. Dezember gedacht wird. 1948 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen an ebendiesem 10. Dezember die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beschlossen.

„Die Bauernartikel waren die erste Niederschrift – lange vor der Französischen Revolution und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung –, die Menschenwürde mit Freiheitsrechten verbunden hat“, sagt der Kuratoriumsvorsitzende. Er betont, dass die Bauern keinesfalls zu Gewalt, sondern zum Dialog aufriefen. „Geplante Dialogforen mit der Obrigkeit sind dann jedoch grausam niedergeschlagen worden“, sagt Müller.

Dass die Zwölf Artikel entstanden sind, hing laut Müller mit der Übersetzung der Bibel ins Deutsche zusammen. „Dadurch konnten die Bauern zum ersten Mal lesen, dass alle Menschen gleich sind“, erklärt er. Dank Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks haben Bauern im ganzen Land Flugblätter mit den Zwölf Artikeln drucken lassen. Insgesamt wurden 25 000 Flugblätter verteilt. „Das war damals eine Sensation“, sagt Müller. „Das ist, als gäbe es plötzlich 5G-Standard in ganz Deutschland.“

Während den Bauernartikeln in Deutschland lange Zeit wenig Beachtung geschenkt wurde, sah das im Ausland ganz anders aus. Müller erinnert sich an eine Reise nach Washington Mitte der 90er Jahre. An der Georgetown-Universität habe ihn die Vizepräsidentin sofort unterbrochen, als sie seinen Heimatort erfuhr, und sagte: „Memmingen, das ist die Stadt der zwölf Bauernartikel.“

Um an die Bauernartikel zu erinnern, gibt es seit 2005 den „Memminger Freiheitspreis 1525“. Alle vier Jahre werden Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet, die sich für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit einsetzen. 2016 ging der Preis an den katholischen Bischof Erwin Kräutler. Der Österreicher setzt sich für die Menschenrechte der brasilianischen Indios und die Erhaltung des tropischen Regenwaldes im Amazonas-Gebiet ein.

Die Bauern kamen lange vor der Französischen Revolution.


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